Felskunst als kultureller Marker im Jungpaläolithikum

Viviane Bolin M.A., Universität Köln

Im Rahmen eines Sonderforschungsprojekts beschäftigt sich die Referentin mit der räumlichen Verbreitung von Felskunst und Siedlungsplätzen auf der Iberischen Halbinsel vor ca. 20.000–12.000 Jahren. Sie untersucht anhand der dargestellten Tierarten, ob eine Verbindung zwischen Mobilität und Landnutzung eiszeitlicher Jäger- und Sammlergruppen und ihrer Umwelt bestand.

8. November 2017, 18 Uhr, Karmeliterkirche
Eine Veranstaltung der Historisch-Archäologischen Gesellschaft Frankfurt am Main e. V.

»Die Macht des Keltenfürsten«


Frankfurts bedeutendster Grabfund aus der Hallstattzeit wurde beim Bau der A 661 im Stadtteil Oberrad 1966/67 entdeckt und archäologisch untersucht. Um 700 v. Chr. wurde hier ein Mann von außergewöhnlich hohem Rang bestattet. Davon zeugte ehemals ein monumentaler Hügel von 36 m Durchmesser und 3,5 m Höhe, den man über der Grabkammer des sogenannten „Keltenfürsten" errichtet hatte.
Als Insignien der Macht gelten die Grabbeigaben, wie Schwert mit Scheide und Ortband. Sie kennzeichnen den verstorbenen als Krieger, während das Trink- und Speisegeschirr auf einen Gastgeber hinweisen, der gesellschaftliches und politisches Leben zu vereinen und zu lenken wusste. Die Macht des Keltenfürsten in der Zeit der Hallstattkultur im Rhein-Main-Gebiet erläutert Simone Ganss am 27. September um 11 Uhr anhand der kostbaren Grabbeigaben. Interessierte Besucher treffen sich im Foyer des Archäologischen Museums.

 

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Trinkgeschirr des Frankfurter Keltenfürsten
(© Archäologisches Museum Frankfurt)

• Egon Wamers
Fibel und Fibeltracht. M. Karolingerzeit. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 8.5/6 (Berlin, New York 1991) 586-602.

• Egon Wamers
Bemerkungen zu zwei Zikadenfibeln aus westeuropäischen Privatsammlungen. In: Frankfurter Beiträge zur Mittelalter-Archäologie II (Schriften des Frankfurter Museums für Vor- und Frühgeschichte XII) (Bonn 1990) 49-60.

• Egon Wamers
Abrakadabra in Mainz. Östliche Magie im römischen Westen. Archäologisches Korrespondenzblatt 23, 1993 , 493-495.

• Egon Wamers
Fingerring §3. Karolingerzeit; § 4. Wikingerzeit. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 9.1/2 (Berlin, New York 1994) 65-67.

• Egon Wamers
Eine burgundische Pyxis 'vom Niederrhein'. Zu merowingerzeitlichen Amulettkapseln und Kosmetikbüchsen. Frühmittelalterliche Studien 29, 1995, 144-166.

• Egon Wamers
Neu erworbene Bleimodelle im Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte. Mit einem Beitrag von Frank Berger. Hammaburg NF 12, 1998 (Festschrift H. Drescher) 89-101.

• Egon Wamers
Der Runenreif aus Aalen. Mit Beiträgen von B. Arrhenius, K. Düwel u. R. Nedoma. Archäologische Reihe 17 (Frankfurt am Main 2000).

Spurlos verschwunden?

Kinder in archäologischen Quellen
Prof. Dr. Brigitte Röder, Universität Basel

Kinder und Jugendliche machten in urgeschichtlichen Gesellschaften die Mehrheit der Bevölkerung aus. In den archäologischen Quellen scheinen sie jedoch nur durch vereinzelte Spielsachen und ihre Gräber repräsentiert zu sein. Ist diese Altersgruppe im archäologischen Befund also weitgehend ‚unsichtbar‘? Oder ist es vielmehr eine Frage der Perspektive, ob die Spuren, die ihre Aktivitäten hinterlassen haben, erkannt und gelesen werden können? Der Vortrag geht diesen Fragen nach und beleuchtet mit ausgewählten Beispielen das Potential prähistorischer Kindheitsforschung.

  6. September 2017, 18 Uhr, Refektorium

Von den z. T. umfangreichen Siedlungsgrabungen des Museums der letzten Jahrzehnte im Frankfurter Stadtgebiet seien folgende publizierten Aufarbeitungen erwähnt, wobei die Grabungen in Krutzen anlässlich des Bonifatiusjahres 2004 auch in einer Ausstellung des Museums präsentiert wurden.
Literatur:

• Antje Kluge-Pinsker
Der befestigte Hof Goldstein bei Frankfurt a. M.-Niederrad
In: Frankfurter Beiträge zur Mittelalter-Archäologie 1; Schriften des Frankfurter Museums für Vor- und Frühgeschichte IX (Bonn 1986), 117 – 248.

• Margarete Dohrn-Ihmig
Die früh- bis spätmittelalterliche Siedlung und Kirchenwüstung „Krutzen" im Kalbacher Feld, Stadt Frankfurt am Main. Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen 16 (Wiesbaden 1996).

• Egon Wamers
Ad crucem. Siedlung und Kirche an Bonifatius' letztem Weg. Ausstellungsbroschüre Frankfurt am Main 2004.

Die Fertigstellung der seit längeren in Arbeit befindlichen Bamberger Dissertation von Elke Festag über die Grabungen und Funde der Burg Bonamesist ist offen.