Das frühkeltische Fürstengrab aus dem Frankfurter Stadtwald gehört zu den bedeutendsten eisenzeitlichen Grabfunden Mitteleuropas und ist im historischen Bewusstsein der Rhein-Main-Region tief verwurzelt. Anlässlich des 50-jährigen Ausgrabungsjubiläums wird der herausragende Grabkomplex einer interdisziplinären wissenschaftlichen Neuuntersuchung mittels modernster naturwissenschaftlicher Verfahren unterzogen.

keltenfuerst vitrine

Der Keltenfürst von Frankfurt in der Dauerausstellung des Archäologischen Museums
(Foto: Archäologisches Museum Frankfurt / U. Dettmar)

Das reich ausgestattete Grab des „Frankfurter Keltenfürsten“ aus der Zeit um 700 v. Chr. ist eines der ältesten bekannten Zeugnisse einer frühkeltischen Elite. Die prestigeträchtige Bestattung dieses etwa 50-jährigen Mannes ist gut 150 Jahre älter als das Grab des „Fürsten von Hochdorf“ und wurde etwa 250 Jahre früher angelegt als das Grab des „Fürsten vom Glauberg“. Vergleichsweise umfangreich ist das Wissen über die Beigaben des „Fürsten“, während über den Bestatteten selbst bislang wenige Erkenntnisse vorliegen. Im Zentrum der Untersuchungen des beantragten Forschungsprojekts stehen deshalb detaillierte Analysen an den menschlichen Überresten des „Keltenfürsten“. Unter der Beteiligung von sechs Instituten sollen die noch unbeantworteten Fragen bezüglich der Ernährungsgewohnheiten des Bestatteten, seiner geografischen Herkunft und eventuellen Migrationsbewegungen, seiner genetischen Stellung innerhalb der Bevölkerung Europas und seiner Physiognomie beantwortet werden. Hierfür werden an dem hallstattzeitlichen Skelettmaterial unteranderem Untersuchungen mithilfe eines Computertomographen, Analysen zu DNA und zum Stickstoff/Kohlenstoff-Verhältnis sowie Strontium- und Sauerstoff-Isotopen-Analysen durchgeführt werden; außerdem ist eine forensische Gesichtsrekonstruktion geplant.