Grundlage der Museumsarbeit ist der Sammlungsbestand, mit dem die verschiedenen Abteilungen arbeiten. Er muß bewahrt und dokumentiert werden. Er wird erforscht und die gewonnenen Kenntnisse werden weitergegeben. Dies geschieht z.B. durch Publikationen, Ausstellungen oder museumspädagogische Projekte.

Der Sammlungsbestand, der aus Grabungen, Schenkungen oder Ankäufen kommt, ist oft in einem unansehnlichen und im Bestand gefährdeten Zustand. Ziel der Restaurierung ist in erster Linie, den Bestand zu konservieren, um den Verlust der Objekte und der damit einhergehenden Informationen zu verhindern. Ein zweiter Schritt ist die Restaurierung. Um die Bodendokumente „lesbar“ zu machen, müssen sie, soweit dies möglich ist, auf die Originaloberfläche freigelegt werden. Da eine Freilegung immer mit Verlust verbunden ist, ist eine gründliche Dokumentation mit Fotos, Zeichnungen, u. U. Röntgenbildern erforderlich. Hierzu steht eine eigene Anlage zur Verfügung. Die einzelnen Arbeitsschritte werden festgehalten, eine Schadenskartierung kann erfolgen. Auflagerungen, die primär oder sekundär sein können, werden ebenso erfasst, wie technische Details, die u. U. nach der Restaurierung nicht mehr zugänglich und sichtbar sind. Nach der Bestandsaufnahme wird ein Restaurierungskonzept entwickelt, das auch immer wieder an die Gegebenheiten angepasst werden muß. Verschiedene komplexere Situationen erfordern die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Geistes- und Naturwissenschaftlern,sowie mit Grafikern oder Grabungstechnikern. Auch verschiedene Handwerke oder Firmen können einbezogen werden.

Dies ermöglicht unterschiedliche Untersuchungen, die Objekte können in einen größeren Zusammenhang gebracht werden. Technische Details können mit verschiedenen Methoden sichtbar gemacht, Herstellungstechnik nachempfunden oder auch neue Materialien entwickelt und erprobt werden.

Die Ausstattung der Werkstätten, deren Räumlichkeiten sich im Museum auf 300 m² ausdehnen, ist sehr umfangreich. Verschiedene Labors mit Röntgenanlage, Galvanoanlage, Fotoraum, einem Waschraum für den Fundeingang und einem Chemikalienraum stehen zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt das Museum über 3 Werkstatträume für die zwei Restauratorinnen und einen Restaurator. Im Außendepot gibt es für die Steinrestaurierung einen 200 m² großen Werkstattraum. Die Ausstattung mit Mikroskopen, Schleifgeräten und Absaugen an den meisten Arbeitsplätzen mit speziellen Beleuchtungen ermöglicht ein sehr genaues Arbeiten an den Objekten.

Das Archäologische Museum Frankfurt kooperiert mit Akademien, Fachhochschulen und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz.

Sigrun Martins