Noch im Bereich der von der staufischen Stadtmauer umgrenzten Altstadt lag am heutigen Börneplatz die Judengasse, das ehemalige jüdische Ghetto von 1460 bis ins frühe 19. Jahrhundert. Von 1986–1987 fanden hier umfangreiche Grabungen des Museums statt, die Hausfundamente freilegten und ein großes Fundmaterial bargen, welches jedoch überwiegend Abfallmaterial aus anderen Teilen der Stadt darstellt. Seit 1992 präsentiert das Museum die restaurierten Hausgrundrisse und eine repräsentative Auswahl des Fundmaterials im neu gegründeten Museum Judengasse, einer Dependence des Jüdischen Museums. Die Grabungs- und Forschungsergebnisse sind in einer Publikation zusammengefasst. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Museums Judengasse wurde 2002 zusammen mit dem Jüdischen Museum eine Internationale Tagung zur jüdischen Archäologie im deutschsprachigen Raum abgehalten.


• Egon Wamers und Markus Grossbach
Die Judengasse in Frankfurt am Main. Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen am Börneplatz (Stuttgart 2000).

• Egon Wamers und Fritz Backhaus (Hg.)
Synagogen, Mikwen, Siedlungen. Jüdisches Alltagsleben im Lichte neuer archäologischer Funde.
Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt 19 (Frankfurt am Main 2004).